Artikel

+ 33 - 37 | Mit Web 2.0 gegen Umwelt-Ungerechtigkeit

Publiziert am 16 Sep '05 - um 01:14 unter den Stichworten: Technologie, Umwelt, Kooperation
Noch Tage nach Abzug des Wirbelsturms Katrina warteten Menschen in New Orleans vergeblich auf Hilfe. Die meisten von ihnen sind arm und schwarz. Sichtbar gemacht haben soziale Ungerechtigkeit und fehlende Umweltgerechtigkeit nicht zuletzt Blogs, Flickr, und Google Maps. Doch was, so fragt man sich, können die neuen Technologien zur Vermeidung solcher Ungerechtigkeit beisteuern? Ein kürzlich publizierter Artikel geht der Frage nach, welche Rolle Informationstechnlogien für Gemeinschaften spielen, die unter hohen Umweltbelastung leiden.

Die Ereignisse in New Orleans bestätigen, was Kämpfer für mehr Umweltgerechtigkeit schon länger angeprangert hatten: dass nämlich schwarze, unterbemittelte Einwohner der Stadt weit stärker von Umweltproblemen betroffen sind als die tendenziell wohlhabenderen Weissen.

So wie Naturkatastrophen treffen auch hohe Umweltbelastungen oft Menschen mit niedrigem Einkommen. Sie wohnen in Quartieren mit hoher Luftverschmutzung, schlafen an lärmigen Strassen, arbeiten mit giftigen Materialien und Substanzen.

Unter dem Titel Empowering Environmentally-Burdened Communities: The Emerging Role for Information Technology untersuchen Shulman, Barrick, Katz und Srivastava welche Rolle das Internet beim Herstellen von Umweltgerechtigkeit spielen kann.

Die amerikanische Umweltbehörde EPA versteht unter Umweltgerechtigkeit (environmental justice):

...the fair treatment and meaningful involvement of all people regardless of race, color, national origin, or income with respect to the development, implementation, and enforcement of environmental laws, regulations, and policies.

Informations- und Kommunikationstechnologien - so der Artikel von Shulman und Kollegen - können die Transmissionskosten senken, die entstehen, wenn Gemeinschaften Informationen beschaffen und Netzwerke zur Koordination und zur Einflussnahme knüpfen, denn das Internet ist schnell, günstig und hat eine grosse Reichweite. Weit verstreute Gruppen gleich gesinnter Bürger können so zu einander und zu den nötigen Ressourcen finden und aktiv werden.

Was folgt ist eine anekdotische Auflistung von Fällen, in denen das Internet im Kampf für mehr Umweltgerechtigkeit eingesetzt wurde (und wird), zum Beispiel:

Fazit:

However, there is something missing with current online resources when considering the potential of IT to empower communities. Online environmental justice resources do not seem to be actively mobilizing environmentally-burdened groups. Rather, even the best websites discussed so far are mere electronic surfaces of a grassroots movement based on door-to-door organizing and personal connections.

Was also braucht es anderes, als ein Web, das von seinen Lesern selbst gestaltet wird, ein Web, das als sozialer Raum funktioniert, ein Web, das intuitiv ist - kurz das Web 2.0?

Den berühmten digitalen Graben, der sich auftut zwischen jenen, die über Zugang und Wissen zu den neuen Technologien verfügen und jenen, denen diese beiden Voraussetzungen fehlen, wird aber auch Web 2.0 kaum zuschütten können. Dazu bräuchte es ein Web, das von der Bedienung und vom Preis her wesentlich anspruchsloser ist, etwas wie das Mobiltelefon.


Kommentare

Trackbacks

Trackback URL for this entry: http://etext.ch/pivot/includes/tb/tb.php?tb_id=45

Einen Kommentar zum Beitrag 'Mit Web 2.0 gegen Umwelt-Ungerechtigkeit' schreiben


  
Persönliche Informationen speichern?

/ Textile

Dies ist ein Schutzmechanismus gegen automatisch erzeugten Spam.
 

  ( Benutzername Registrieren / Einloggen )

Benachrichtigen:
E-mail verbergen:

Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt. Links erstellst Du einfach durch Eingabe einer URL oder der Mailadresse.

Suche

Legal

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons License.